Vielleicht kennt ihr den Künstler unseres neuen „Portfolio der Woche" John Wood aka Beefchunk noch von unserem letzten Designwettbewerb „Always Open", bei dem er vom MINI-Designteam den dritten Preis zugesprochen bekam. Uns war er aber schon vorher mit seinen verrückten, fröhlichen und explosiven farbenfrohen Designs ins Auge gestochen.
Q: Wie verlief dein künstlerischer Werdegang?
A: Ich habe mich für Kunst, Zeichnen und Herumkritzeln interessiert, als ich jünger, quasi gerade geschlüpft, war. In der Schule habe ich gerne verrückte und magische Sachen auf Bucheinbände gezeichnet. Zum Design kam ich dann am College. Da habe ich zum ersten Mal wirklich mein konzeptionelles Denken bemüht und mich den zahlreichen Möglichkeiten der visuellen Kommunikation geöffnet.
Q: An welchen Projekten arbeitest du derzeit unter anderem?
Der Designer vor einer seiner Kreationen.
A: Ich bin die eine Hälfte des Design-Duos Chimp Creative. Unsere Produkte reichen von Leinwänden, T-Shirts und Vinyl- und Plüschfiguren bis hin zu experimentellen Charakterformen aus recycelbarem Material. Wir wenden unseren Stil auf Inneneinrichtungen wie Außeneinrichtungen an. Das mögen manche Street Art oder Public Art nennen, aber eigentlich ist es ein Mix von beidem, ein wirklicher Ausdrucksmischmasch. Gerade haben wir mit dem Nationalen Gesundheitsdienst hier in Liverpool zusammengearbeitet und haben ein Projekt namens „PARTIA Arts in Health" vorangetrieben. Mit dem Programm soll das Krankenhauserlebnis für Patienten und Mitarbeiter verbessert werden, indem Erholungsräume geschaffen werden, auf die sich jeder einlassen kann und die jeder genießen kann.
Q: Wovon lässt du dich inspirieren?
A: Jeder Designer benötigt Inspiration. Es gibt jede Menge Überschneidungen und Nachahmermist, aber die wahre Aufgabe ist es, seine eigenen Grenzen zu verschieben. Wenn man am Ende seine unsichtbaren Gedanken in etwas Materiellem ausgedrückt hat und dies dann auf einen passenden Kontext anwendet, kann man auf allen Ebenen kommunizieren. Was ich heute mache, hätte mein Designprofessor sich nicht für mich vorstellen können. Bis 2007 probierte ich viele Designformen aus, ohne einen genau erkennbaren Stil zu haben. Jetzt hat mein Stil keine Endpunkte oder Grenzen. Alles, was ich sehe, höre und mir vorstelle, wird beispielsweise durch eine Idee von einer lustigen Maschine gefiltert - und heraus kommen fleischige, bullige und fröhliche Welten und Figuren...
„always open your bon bon bag“, Beitrag zum Designwettbewerb „Always Open“.
Q: Wie triffst du beim Arbeiten wegweisende Entscheidungen? Entspricht es deiner Absicht, dass ein Großteil davon der alltäglichen Erfahrung der Betrachter entstammt?
A: Manchmal treten wir an Grundstücksbesitzer und Geschäftsinhaber heran und fragen sie, ob sie uns erlauben, ihre Wand oder Einrichtung aufzupeppen. Sehr gerne durchdringen und demontieren wir die mondänen und manchmal kitschigen Räume, in denen wir leben, und geben damit uns selbst und anderen ein Gefühl der Weltflucht.
Q: Last but not least, was steht als nächstes bei dir an?
A: Große, wirklich große Dinge, das ist das Ziel. Aber ein Schritt nach dem anderen, erst der MINI Designwettbewerb und dann die Welt...
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