Hintergrund von
 
Gefällt mir nächster
Creative use of space

Die Geschichte von Paul und Alice the Cooper 22. Mai 2012

Da stand ich nun. Der Zollbeamte vor mir fuchtelte mit einem gelben Papier vor mir herum. Seiner pulsierenden Halsschlagader nach zu urteilen stand er kurz vor der Explosion. Ich verstand kein Wort, aber ich mochte diese Art wie die Argentinier das „R“ rollen.

Rückblende. Mein Name ist Paul und ich führte in München ein mehr oder weniger normales Leben. Technisches Studium fast in der Tasche, Ende 20, gute Jobaussichten. Würde man den Lebenslauf weiter spinnen: Münchner Vorstadtwohnung mit Kleingarten, Schlipps-Karriere im Konzern und ein blauer Premiumkombi in der Garage - alles im grünen Bereich. Aber es kam anders und darum schreibe ich hier.
 
Alice the Cooper
Gerade noch in der Autobörse, zwei Wochen später schon auf dem Schiff. Und um ein Haar wäre alles schiefgegangen. Nur weil das Schiff zwei Tage Verspätung hat rollt mein MINI noch im letzten Moment an Bord.
 
 
Das Studiumende vor Augen hatte ich plötzlich diese Idee. Einmal Südamerika – in einem MINI. „Mit einem Geländewagen kann das ja jeder“, antwortete ich meinen Freunden auf die Frage nach dem Warum. Kurzerhand buchte ich einen Autotransport auf einem Schiff von Hamburg nach Buenos Aires. Als die Reederei mich aber nach der Fahrgestellnummer fragte, wurde das Problem offensichtlich: Ich hatte noch gar keinen MINI. Doch ich hatte ihn schon in Gedanken vor meinen Augen: Rot sollte er sein, weil das am besten zu Südamerika passt, ein Cooper und natürlich ein Cabrio. Weil es noch viel bekloppter ist und weil es ohne Dach noch viel mehr zu sehen gibt. Und dann hatte ich ihn gefunden, online. Super in Schuss, aber mit vielen Kilometer. Nach der Probefahrt war ich sofort verliebt. Doch ich konnte ihn nicht sofort mitnehmen. „Ich brauche den MINI die nächsten 2 Wochen noch.“ Autsch, das wird eng mit dem Verladetermin.
 
Alice the Cooper
Gestresst vom Mega-Stau in Buenos Aires? Pablo weiß Rat: Eine ausgeglichene Ernährung mit viel Vitaminen, danach Sportprogramm auf dem Bolzplatz. Wobei ich die argentinischen Erwartungen an den deutschen Fußball eher enttäuschte.
 
 
Zwei Wochen später: „Schaffen wir das bis 8 Uhr zum Hafen?“ Mein Kumpel reagierte nicht auf meine Frage. Seit ungefähr einer Stunde saß er mit einem fiesen Grinsen hinterm Steuer und wollte auch nicht mehr von der linken Spur. „188km/h! Da schaff ich noch mehr!“ Dabei war normalerweise schon alles über 100km/h für ihn waghalsige Raserei. Wir schafften es! In letzter Minute rollte mein MINI auf das Schiff. Die Reise konnte beginnen.
 
Alice the Cooper
Des einen Freud des andern Leid: Rollen die Autos nicht, rollt bei den Straßenverkäufern der Rubel. Und so ganz ohne Dach ist der Kundenkontakt gleich viel direkter.
 
 
Da stand ich nun also. Wer hätte gedacht, dass das Abenteuer bei diesem Herren vom argentinischen Zoll beginnt – oder vielleicht auch schon wieder endet. Er fuchtelte immer noch mit dem gelben Wisch rum. Doch da kam zum Glück Gabi, meine Zollbrokerin. Nachdem sie ihm erst ein Küsschen und dann auch noch das fehlende Papier gab, schien der Beamte ebenso schnell besänftigt wie ein bellender Hund, der vom Herrchen mit einem Leckerli zurückgepfiffen wird.
 
Alice the Cooper
Mit dem Cabrio auf Beobachtungtour: „Porteños“ wie sich die Bewohner Buenos Aires nennen, lieben Hunde, gutes Fleisch und MINIs, wie sich bei einem Treffen mit dem Club MINI de Argentina herausstellt.
 
 
Alice the Cooper
Noch mehr Reiseverrückte: Im Hafen von Buenos Aires treffe ich zwei Deutsche die nach einem Jahr und 30.000 in die Heimat zurückkehren. Ihr Gefährt hat sich während der Reise vom 0815 Mittelklasse-Kombi zum Artcar gemausert.
 
 
Ich fuhr los und tauchte ein in eine statische Flut aus Lichtern. Rush Hour in Buenos Aires. 2,5 Stunden und gefühlte 2 Liter Handschweiß später hatte ich dann endlich die 10km zu meinem Freund Pablo geschafft. Dieser erste Ausritt mit meinen MINI in Südamerika hatte mich fix und alle gemacht. Pablo wusste Rat und holte eine gute Flasche Whiskey hinter einem Schrank hervor. Bevor ich ins Bett ging, lief ich nochmal ums Auto rum. Kaum zu glauben, wir haben es geschafft! Vor uns liegt eine Menge heißer Asphalt, riskante Kurven und atemberaubende Landschaft – genug Stoff für das Abenteuer meines Lebens. „Gute Nacht.“ Ich gab meinem MINI noch einen Klapps aufs Heck und ging schlafen.
 
 
 
Leute: MINI Space Interview mit Joachim Trier, Regisse...
 
Leute: MINI Space Interview mit Joachim Trier, Regisse...
 

Kommentare

Kommentar schreiben
Wie findest Du den Artikel? Neue Ideen? schreib uns!
 
Yorman Arley Giraldo O
gepostet von: Yorman Arley Giraldo O | 17.06.2012 19:44
 
Muy agradabele tu historia, me ha dejado una gran sonrisa. Saludos desde Colombia. Yo también amo a MINI.
Marcos Vicente Reis Junior
gepostet von: Marcos Vicente Reis Junior | 23.05.2012 19:02
 
this german guy knows how to live... =)
OriginalCrazyhH
gepostet von: OriginalCrazyhH | 23.05.2012 17:40
 
Love this story and cannot wait to hear more on the journey... As I drive to work today (in my red convertable Cooper S with top down) will be thinking of Paul cruising where no Mini has been before....
Jordi Batlle Suñé
gepostet von: Jordi Batlle Suñé | 23.05.2012 17:18
 
Very crazy and interesting adventure. Wish you the best, dude! :)
 

Kategorien

MINI (172)
Sport (44)
Video (108)
Magazin (39)
Leute (103)
Events (176)
Musik (29)

Artikel finden

Suche
 
beliebteste Tags