IHR habt den MINI-Designer Gert Hildebrand die Fragen gestellt, die EUCH bewegt haben...und Hildebrand hat sie beantwortet. Jetzt präsentiert euch MINI Space eine Auswahl eurer Fragen und seine Antworten darauf - exklusive Ratschläge, wie man aus seiner größten Leidenschaft eine Karriere macht.
Gert Hildebrand auf einem Schrottplatz in Hong Kong
Frage von ashlaf: Welchen Superhelden würden Sie gerne als Fahrer eines MINI sehen?
Daniel Düsentrieb und sein kleines Helferlein (kleine Glühbirne) waren als Kind immer meine großen Helden. Er war Vorbild für alle meine Ideen, weil er eigentlich immer alle sich ihm stellenden Probleme gelöst hat.
Frage von creativseval: Was wäre der wichtigste Ratschlag zum Thema Design, den Sie gratis herausgeben würden?
Less is more - ich glaube less is more ist der beste Design Tipp. Alles, was man nicht entwirft kann man auch nicht falsch machen. Deshalb, alles was man entwirft, muss man einfach machen. Der Mensch ist darauf gepolt, einfache Dinge als gut zu empfinden, weil sie nicht über künstliche Gimmicks versuchen Aufmerksamkeit zu erhaschen. Wobei das Gesetz less is more als Handwerk das Anspruchsvollste ist. Mit viel Effekt und viel Tamtam ist es einfach, aber mit sehr Wenig etwas Faszinierendes und Schönes zu gestalten ist sehr schwierig. MINI lebt von dieser Spannung, von less is more, d.h. einfache Formsprache, einfache Grundkörper, die dann aber zusammen mit sehr spannungsreichen Details wie Leuchten, Felgen und Center Speedo das typische MINI Design ergeben. Fazit:Less is more is my favourite design rule.
Frage von mtarkhov: Was inspiriert Sie, wenn Sie an neuen MINI-Projekten arbeiten? Musik vielleicht, Visuelles oder einfache alltägliche Gegenstände?
Inspiration kommt aus dem Menschen heraus. Wenn man das Glück hat, Talent für Kreativität zu bekommen, ist das etwas sehr Wertvolles. Dies gilt für alle Bereiche, sei es Tanz, Musik, Design, Malerei, Kunst oder Sport. Ich hatte vielleicht das Glück dieses Talent in irgendeiner Art und Weise mit auf den Weg bekommen zu haben und meine Eltern haben das gefördert - nicht zuletzt mein Vater mit intensiver Auto-Indoktrination. Wenn man so aufgewachsen ist, dann kommt die Inspiration aus dem Tagesgeschehen heraus. Ich persönlich brauche nicht Kalifornien, Bali, die Westküste von Hawaii oder irgendeine Bergsteigexperience um inspiriert zu werden. Die Inspiration kommt immer aus dem Menschen heraus, egal wo er ist, ob Buxtehude oder Tübingen. Aber klar, der Mensch muss offen sein gegenüber anderen Menschen, auch im Konflikt. Man sollte immer mit offenen Augen durch die Welt laufen. Auch Reisen bildet und wenn man sehr flexibel ist und sich die Welt anguckt, nicht nur touristisch im Urlaub, sondern im täglichen Leben dann kommt die Inspiration von ganz allein. Mich kann zum Beispiel ein Gespräch genauso stark inspirieren wie der Blick auf einen Schrottplatz. Natürlich gibt es auch prägende Erlebnisse im Zusammenhang mit Musik aus meinen jungen Tagen als ich in Kanada war. Zum Beispiel Konzerte von Renaissance oder Blood, Sweat & Tears, aber das sind natürlich alles Bands, die heute schon alte Klassiker sind.
Heute spielt selbstverständlich auch die Art von Musik, die meine siebenjährige Tochter hört, Tokyo Hotel, Lady Gaga und Michael Jackson, eine Rolle. Diese umgibt und begleitet mich täglich zu Hause. Im Allgemeinen höre ich schon viel Musik, aber nicht spezifisch. Mary J. Blige, Johnny Cash oder The Doors mag ich sehr gerne.
Der MINI Beachcomber Concept und seine historische Vorlage, der Mini Moke aus den Sechzigern.
Frage von Lydran: Jedes MINI-Auto, das derzeit erhältlich ist, hat einen Vorgänger, aber nun gibt es Pläne für Modelle wie einen Geländewagen, Coupe oder Roadster. Haben Sie die Befürchtung, dass es unmöglich sein könnte, diese neuen Wagen zu „richtigen" MINIs zu machen, weil sie zu weit von den Wurzeln von Mini entfernt sind?
Im Prinzip haben der MINI Crossover Concept oder jetzt auch der MINI Beachcomber Concept sowie der Roadster und das Coupé sehr wohl historische Vorgänger. Viele wissen nicht, dass Mini nicht nur ein Produkt war, sondern eine ganze Marke mit Riley, Wolseley, Austin und Morris als Marken aber auch mit Pick-up, Van und Moke als Derivate. Wenn man genau in die Geschichte schaut, könnte man theoretisch von jedem Fahrzeugkonzept einen MINI machen, weil es dieses in der Geschichte schon gab. Trotzdem wissen wir, dass für die MINI Community die Wurzeln der Marke immer noch das Original darstellen - der 1959 gelaunchte Mini.
Die Fragen für diesen Beitrag wurden aus den Einsendungen der MINI-Space-Community ausgewählt, die uns im Rahmen des MINI-Buchdesignwettbewerbs erreicht haben. Mehr Informationen zum Wettbewerb hier.
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less is more? let's be honest: BMW minis are not simple. I have one, and I can tell how complicated the car is, no matter the artificial 'mechanical' feeling they added to it. A great car, trendy and very, very capable, and anything but simple.