Eduardo Kobra, besser bekannt als Kobra, war früher Tagger. Er begann in Sao Paulo zu arbeiten. Nach zwei Jahren, die er damit zubrachte, die Wände der brasilianischen Metropole zu verunstalten, begann er, Graffitis zu sprühen und wurde Teil der zweiten Generation von Graffitikünstlern in seinem Heimatland.
So ist Kobra. Er sieht sich selbst als glücklichen Menschen, der ständig nach neuen Möglichkeiten forscht und währenddessen seine weitgesteckten Ziele verfolgt. Alle nordamerikanischen Einflüsse schob er beiseite und tauchte stattdessen tief in die brasilianische Nationalkultur ein und schuf sich so seine eigene Identität und seinen eigenen Stil. Heute arbeitet er an 3D-Kunstwerken und an Wandgemälden in Städten in ganz Brasilien. Indem er die Geschichte der wichtigen Städte dergestalt in Szene setzt, prägt er die nationale Identität seines Landes.
Kobra hat an der zweiten Ausgabe der MINI Art Nights teilgenommen, einem Kulturprojekt, bei dem MINI Kunst, Inspiration, Design und Kreativität zusammenführt. Dort werden lustige Experimente in einer Art Kultur-Happy-Hour angeboten, eine künstlerische Erfahrung mit verschiedenen Medien.
Im Interview mit MINI Space hat uns der Künstler einiges über sich erzählt und seine Kunst mit dem MINI verglichen. Im Laufe des heiteren Gesprächs hat er uns gestanden, dass Street-Painting seine Lieblingsbeschäftigung ist, weil „die Wände deine Leinwand sind und die Straßen deine Galerien". Hier ist das Interview:
Wer ist Eduardo Kobra? Früher war ich Tagger. Mit dem Taggen fing ich 1987 in São Paulo an. Zwei Jahre habe ich getaggt und dann begonnen, Graffiti im New Yorker Stil zu sprühen. Aber ich hatte andere Ziele - ich wollte meinen eigene Kunststil entwickeln. Kunst ist sehr kompliziert, besonders in einem Land wie Brasilien, in dem man wenige Chancen bekommt. Aber ich schaffte es dranzubleiben, die Gelegenheiten zu ergreifen, die sich mir präsentierten, und ich hatte sehr viel Glück. Ich blieb im Rennen und langsam, Stück für Stück, öffneten sich einige Türen für mich. Jetzt kann ich das tun, was ich tun will. Deswegen denke ich, dass ich jemand bin, der seine Ziele wirklich verfolgt.
Was ist deine Hauptinspirationsquelle? Ursprünglich waren das, wie gesagt, die amerikanischen Vorbilder, beispielsweise die Hip-Hop-Kultur. Dann aber stellte ich fest, dass das eigentlich nicht besonders viel Relevanz für mein Leben besaß. Von da an begann ich, mich mehr von brasilianischen Einflüssen inspirieren zu lassen. Ich ließ mich auf die brasilianische „Cordel"-Literatur ein, auf die Caruaru-fife-Band und andere Elemente unserer Populärkultur. Dann begann ich mit dem Projekt Wall of Memories, mit dem ich versuche, die Erinnerung der brasilianischen Städte wieder aufleben zu lassen. Für dieses Projekt habe ich in vielen verschiedenen brasilianischen Landeshauptstädten gearbeitet. Heutzutage erfahre ich meine Inspiration also von Bildern von Anfang des vergangenen Jahrhunderts - sie sind mittlerweile das Fundament meiner Arbeiten.
Wie sollten sich die Leute an dich erinnern? Wie sich die Leute an mich erinnern sollen? [denkt nach] Hmmmmmmm. (Pause) Also, wenn ich draußen auf der Straße male, an öffentlicher Kunst arbeite, gebe ich ja tausenden von Leuten freien Zugang zu meinen Arbeiten. Millionen von Köpfen... Millionen von Urteilen und Ideologien. Jeden kann man ja nicht zufrieden stellen, aber das versuche ich auch gar nicht erst! Vielleicht kommt ja einer vorbei, dem das gefällt, was ich da mache. Wenn einer zum Beispiel im Stau steht, aus dem Fenster schaut und plötzlich Kunst sieht, die der Stadt Farbe und Leben verleiht - dem kann ich unter Umständen einen schöneren Tag bescheren. Vielen gefallen meine Arbeiten sicher, vielen anderen sicher auch nicht. Keine Ahnung, das ist echt eine schwierige Frage! Ich denke, ich will, dass man sich an mich erinnert als einen Menschen, der für das Leben gekämpft hat, für seine Ideen und für seine Überzeugungen. Egal ob den Leuten meine Kunst gefällt oder nicht, ich bin jemand, der immer draußen unterwegs ist und das macht, was ihm gefällt. Die Wände sind meine Leinwand und die Straßen meine Galerien.
Als einer der Künstler der MINI Arts Nights: Was bedeutet dir ein MINI? Der MINI ist ein Retro-Auto mit vielen alten Features, aber einer sehr modernen Sprache. Für mich ist das ein Auto, das diese beiden Elemente in unglaublicher Weise vereint, ohne dabei den ursprünglichen Stil zu verraten.
Was hat der MINI-Lifestyle mit deinem eigenen gemein? Der MINI ist natürlich und relaxed. Er spricht eine Gruppe von Leuten an, die ein freier und künstlerischer Geist auszeichnet. Auch in meiner Arbeit finden sich viele Retro-Elemente und in meiner Kunst vermische ich moderne mit sehr alten Referenzen. Das Verhältnis zwischen dem MINI und meinen Arbeiten kommt genau da zum Vorschein, in der gleichzeitigen Referenz an Vergangenheit und Gegenwart.