Das Massachusetts Museum of Contemporary Art (MASS MoCA) öffnete 1999 seine Pforten und verwandelte 19 Gebäude und über 9.000 Quadratmeter ehemaliges Fabrikgelände in eines der weltweit größten Zentren für moderne Kunst. Alle Gebäude bis auf eines stammen noch aus der Zeit vor 1900. Die Architekten Bruner/Cott & Associates bemühten sich um die Erhaltung verschiedener Original-Elemente und verliehen der einzigartigen Anlage so etwas von einem Charakter unter dem Motto „hart-erkämpft“. MASS MoCAs ungewöhnlich große Grundfläche bietet jede Menge Platz für bildende und darstellende Kunst und ist eine Stätte für langjährige Ausstellungen wie Sol LeWitts ortsspezifische „Wall Drawing Retrospective“, die 2008 errichtet wurde und bis 2033 bestehen bleiben soll.
MASS MoCA liegt im verschlafenen Städtchen North Adams in Massachusetts und eignet sich somit perfekt für einen Tagesausflug aus dem nahegelegenen Boston oder aus New York City, obwohl so manch ein Kunsttourist allein durch die Größe des Museums dazu verleitet wird, einen mehrtägigen Angriffsplan zu entwickeln. Schon allein wegen der Anlage selbst ist das MASS MoCA einen Besuch wert. Das durchdachte Re-Design nutzte die Eigenschaften des ehemaligen Fabrikgeländes zu seinem Vorteil und schaffte es so, ein Gefühl von schlichter Funktionalität aufrechtzuerhalten. Mit einem gut besuchten Café und Restaurant, einem großzügigen Bücher- und Geschenkeladen und Kunst, die innen, außen und sogar an der Fassade zu bewundern ist, werden Besucher schon bei Laune gehalten, bevor sie überhaupt einen Fuß ins Museum selbst setzen.
Anders als die überfüllten und räumlich eingeschränkten Museen in größeren Städten, profitiert das MASS MoCA von einem räumlichen Luxus, der außergewöhnlich große Werke in den Ausstellungsräumen ermöglicht, Hier gibt es Räume, die so groß sind, dass ein ganzes Fußballfeld hineinpassen würde. Sogar nachdem diese enormen Ausstellungsstücke jede Menge Platz zum Ausbreiten bekommen haben, bleibt noch immer genug Freifläche für Wechselausstellungen, Aufführungen, Filmvorführungen, Konzerte und Bildungsinitiativen. Wilco etwa organisiert auf dem Gelände das Bang on a Can Summer Institute und das Solid Sound Music Festival.
Sol LeWitts Wall Drawing Retrospective erstreckt sich über drei weitläufige Etagen sowie über 38 Jahre seiner Künstlerkarriere. LeWitts Wandgemälde sind lebendig und präzise, konzeptionell jedoch dadurch einfach gehalten, dass sie sich größtenteils auf Farbe, Form und Linien konzentrieren. Im Vordergrund standen immer Idee und Ausführung; viel weniger verließ sich LeWitt auf das, was er “die Hand des Meisters” nennt. Getreu diesem Motto wurden alle Werke des anspruchsvollen und preisgekrönten Projekts anhand von LeWitts Anweisungen vor Ort von früheren Assistenten sowie befreundeten Künstlerkollegen, Studenten und Freiwilligen neu erschaffen.
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