MINI United ist eine Art Festival mit zwei Gesichtern. In der glühenden Hitze des Tages dreht sich alles um MINI, MINI, MINI. Doch wenn die Dämmerung einsetzt, ändert sich allmählich die Atmosphäre. Die Luft ist voll mit den Geräuschen zischender Bierflaschen, dem Kreischen aufgedrehter Kinder und dem lebhaften Austausch von gerade neu gewonnenen Freunden. Während sich die Sonne langsam untergeht beginnt die Festival-Bühne in vollem Glanz zu erstrahlen. Zeit zum Feiern.
Das Line-up bei MINI United war dieses Jahr wirklich brillant. Von lokalen französischen Bands bis hin zu internationalen Megastars, von Disco und Punk überDance bis hin zu melodischem Rock war wirklich für jeden Geschmack etwas dabei. Kommt dann noch eine rekordverdächtige Lautsprecheranlage und eine scheinbar endlose Menge von Festival-Besuchern hinzu, steht einer unvergesslichen Nacht nichts mehr im Wege.
Klick auf ein Bild, um zur Gallerie zu kommen (6 Bilder)
Am Freitag standen als erstes die britischen Indie Rocker The Rifles auf dem Programm, die die Menge mit ihren ironischen Beobachtungen gekonnt in Fahrt brachten. Die französische Band Naïve New Beaters folgte anschließend mit einer psychedelischen Performance und einigen ziemlich kreativen Bühnen-Requisiten. Und die französische Musiklegende Hubert-Félix Thiéfaine brachte mit einer komplexen, vielschichtigen und nachdenklich stimmenden Darbietung ein wenig Ernsthaftigkeit ins Geschehen.
Als schließlich Iggy and the Stooges an der Reihe waren, war die Atmosphäre regelrecht elektrisiert. Und Iggy hat die Erwartungen an seine Live-Performance noch übertroffen. Wie gewohnt rockte er mit nacktem Oberkörper und wehenden blonden Haaren auf der Bühne und strahlte eine wahnsinnige, einfach unglaubliche Energie aus. Die Menge war ihm von Anfang bis Ende verfallen und die Zugaberufe ertönten noch lange nachdem der Auftritt vorbei war.
Der erfolgreiche französische DJ Martin Solveig sorgte mit einem außergewöhlichen, glitzernden Set für einen gelungenen Abschluss des Abends und spielte von Run DMC bis Nirvana alles. Klingt komisch? Ihr könnt fragen, wen Ihr wollt, es hat funktioniert.
Martin Solveig
Am Samstagabend war der Vibe dann ein anderer. Der Pariser Singer-Songwriter Ben Mazué machte den Anfang mit einer entspannten, gefühlvollen Darbietung und einer unbestreitbaren Prise von je ne sais quoi. Die französischen Rocker SOMA boten dann eine gänzlich gegensätzliche Mischung aus hymnischem Pop und aggressivem Rock ‚n' Roll. Und der in England geborene, in Frankreich beheimatete Charlie Winston lieferte eine Performance mit grenzenloser Energie und Spontaneität ab– seht Euch vorab sein improvisiertes Beatboxing an.
Die Headliner des Abends hatten hohe Erwartungen zu erfüllen – und niemand wurde enttäuscht. Die britischen Punk-Pop Lieblinge The Ting Tings brachten die Menge mit einer Reihe Megahits und liebreizendem Franglais schier zum Toben. Und die für Krawall bekannten Megastars Gossip heizten der Menge mit ihrem sensationellen Auftritt nochmal so richtig ein. Dass hinter dieser Stimme Power steckt, lässt sich definitiv nicht leugnen.
Den Abschluss machten Birdy Nam Nam. Sie hissten noch einmal die französische Flagge für eine letzte, mega-dynamische Dance Performance und sorgten damit für ein grandioses Finale.
MINI United war immer ein Paradies für MINIacs, doch dieses Jahr hat es seinen Ruf als spektakuläres eigenständiges Musik-Festival wahrhaft untermauert.