Wettkampf. Wie man es auch hinstellt, er hat uns dahin gebracht, wo wir heute stehen. Aber wir möchten jetzt nicht über Darwins Entstehung der Arten philosophieren.
A propos: spätestens seit den glorreichen Burton European Open in Laax, in der Schweiz, die ebenfalls von MINI präsentiert wurden, begannen wir uns zu fragen, woher das alles eigentlich stammt. Wieso stürzt man sich in gigantische Superpipes und vollführt Kunststücke, wie Hucking Frontside 180 und 5050s auf 4,50 m langen Treppengeländern?
Es ist der Vorabend eines weiteren Wettkampfs der Burton Global Open Snowboarding Tour, die von MINI präsentiert wird. Das MINI Space Team macht sich bereit für seinen erneuten Einsatz auf den Hängen, in 1800 m Höhe. Dabei machen wir uns Gedanken, was es mit den sorgfältig herausgearbeiteten Pipes und mit den Treppenstufen bei dieser Art von Wettkampf eigentlich auf sich hat.
Unsere Reise führte uns in eine der entlegensten Gegenden des 14. US-Staats, Vermont, in den 200-Seelen-Ort Stratton, im Südwesten des Staates. Um der ganzen Geschichte auf den Grund zu gehen, mussten wir allerdings weit in den Westen ziehen und auch die Uhr ein ganzes Stück zurück drehen. Woher stammten diese Wettbewerbe und was unterscheidet sie vom traditionsreichen Erbe der Skiwettkämpfe? Wie begann diese kreative Raumnutzung auf den Pisten und was hat die Wettkämpfe auf den Schneehängen geprägt?
Wie so viele schöne Dinge nahm alles in Kalifornien seinen Anfang.
Mitte der 1960er Jahre war Los Angeles das Zentrum des Lebens, wenn man auf der Suche nach einem urbanen, alternativen Lifestyle war. Das galt für nahezu jeden Lebensbereich. Der Sport war dort, mittendrin, eingebettet, zwischen politischen Umwälzungen, kulturellen Höhepunkten und einer neuen, freizügigen, noch nie da gewesenen Partykultur. Während dieser Zeit eroberte das Surfen die Bordsteine. Es war die Geburtsstunde der Polyurethanräder. Eine neue Generation von Athleten forderte die Gesetze der Schwerkraft heraus, koste es was es wolle.
Das Skaten in trockenen Swimmingpools wurde bei den Avantgardisten dieses Sports immer beliebter. Es markierte einen Übergang: von der konservativen Idylle der Vorstadtkultur an der Westküste zum Spielplatz für langhaarige, furchtlose Mädchen und Jungs mit sonnengebleichtem Haar, die alle auf der Suche nach dem ewigen Sommer waren.
Die 1970er Jahre brachten nicht nur die Ölkrise mit sich, sondern es kamen auch immer mehr günstige, einfache Skateboard-Eigenbauten aus Sperrholz auf. Rasend schnell verbreiteten sie sich von den Hinterhöfen auf die Straßen, von der West- bis zur Ostküste.
Das ‘Vert'-Skaten war geboren! Die Skater vollführten immer atemberaubendere Luftsprünge und Kunststücke mit den selbstgemachten Hilfsmitteln - Quarter- und Halfpipes. Und am blauen kalifornischen Himmel zeichneten sich die Silhouetten der Furchtlosen auf vier Rollen ab.
Der urbane Sport hatte seine Nische gefunden und nutzte den gegebenen Raum kreativ aus.
Die Anti-Kultur mit ihrer "Street-Credibility" war ein Aspekt dieses neuen Sports. Das brachte häufig Konflikte mit der Polizei und den Behörden mit sich. Aber abgesehen davon entwickelte sich die Surf- und Skatekultur (und das Snowboarden kurz darauf ebenfalls) zu einem wichtigen Marktfaktor.
Das Snowboarden wie wir es heute kennen, nahm seine Anfänge in den frühen 1980er Jahren. Snowboardlegenden wie Tom Sims, Terry Kidwell, Rob Morrow und Jake Burton sahen den Übergang von der Halfpipe auf der Straße in den Schnee voraus. 1986 wurde Breckenridge, Colorado, zum ersten Skiressort mit einer ständigen Halfpipe. Die heutige Form der Superpipe wurde erst möglich, nachdem der findige Landmaschinenmechaniker Doug Waugh seine Erfindung, den Pipe Dragon zum Schneiden von Halfpipes in den Schnee, umsetzte.
Der Kreis hat sich mittlerweile geschlossen. Die Kreativität im Snowboarden ist in die Straßen zurückgekehrt. Städtetouren mit Wettkämpfen auf der ganzen Welt demonstrieren einen Sport, dessen Kreativität noch ausgeschöpft werden muss. Sliden auf überdimensionalen Treppengeländern, Wall-Rides, One-Footer und selbst ein guter alter Handstand bringen auf der Piste heute mehr Punkte ein als je zuvor. Dieser Art von Kreativität haben Burton und MINI den CUoS Award gewidmet. Bei den BGOS gewinnen Boarder mit Herz und die MINI Facebook Community ist die Jury. Jetzt kannst auch Du für Deinen Lieblingsboarder voten.
Eine Halfpipe ist eine Eis gewordene Welle - ein unvergleichbares Beispiel für kreative Raumnutzung im Sport. Die urbane Verwandtschaft der schneeverhangenen Pisten - Geländer, Treppen, usw. - bringen eine neue Generation kreativer Superstars hervor.
Wohin hat uns das alles nun geführt?
Auf die Hänge von Stratton, nach einer Reise von knapp 500 km, auf der Suche nach dem, was diese Champions in die Berge getrieben hat: Eine Nische in den Berg zu carven, die sie ihr Eigen nennen.