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Creative use of space

Portfolio der Woche: Ein Baum nach dem anderen 26. August 2009

Unser neues Portfolio der Woche ist weder ein Designer noch Photograph, doch hat die Arbeit des elf-jährigen Felix Finkbeiner aus einem ganz anderen Grund bereits Unweltaktivisten wie zum Beispiel Al Gore beeindruckt. Er kämpft für die Klimagerechtigkeit mittels einer kreativen Kampagne namens „Plant-for-the-Planet". Seit 2007, als er Plant-for-the-Planet in Deutschland gründete, führt er die deutschen Kinder in einer Initiative, um weltweit eine Million Bäume zu pflanzen als Symbol ihrer Forderung für die Klimagerechtigkeit. Ihr Ziel ist es, mittels konkreter Handlungen den Erwachsenen zu zeigen, dass sie um die Klimagerechtigkeit besorgt sind. In diesem Portfolio der Woche bekam das MINI Space Team die Chance, Felix zu fragen, wie es ist, ein so junger Aktivist zu sein.
 
POW: Felix Finkbeiner
 
Q: Wie ist Plant-for-the-Planet entstanden?
 
A: Meine Lehrerin kam am ersten Schultag im Januar 2007 in unsere vierte Klasse und sagte: „Wir wollen uns die nächsten Tage mit der Klimaerwärmung beschäftigen." Jeder sollte im Internet recherchieren. Ich musste am nächsten Montag einen Vortrag halten.
 
Am Wochenende habe ich Al Gore‘s Film „Eine unbequeme Wahrheit" angeschaut und im Internet habe ich von Wangari Maathai gelesen, die in 30 Jahren 30 Millionen Bäume in Afrika pflanzte. Beendet habe ich meinen Vortrag mit den Worten: „Lasst uns weltweit Millionen Bäume pflanzen, eine Million in jedem Land der Erde!"
 
Den ersten Baum haben wir am 28. März 2007 gepflanzt. Ein Jahr später habe ich meine erste Pressekonferenz gegeben, dass wir Schüler eine Million Bäume bis Ende 2009 erreichen wollen. 500 Medien haben darüber berichtet.
 
POW: Felix Finkbeiner
Meine Lehrerin hat mich dann als damals Neunjährigen mit meinem Laptop in andere Klassen und zu anderen Schulen gefahren. Dadurch haben sich sehr viele Mitstreiter angeschlossen. Meine beiden Schwestern haben immer mitgeholfen, genauso auch meine Eltern.
 
Q: In deinen Vorträgen redest du meistens hauptsächlich über die Klimagerechtigkeit. Warum ist das so ein wichtiges Thema, und wie ist das mit dem Bäumepflanzen verbunden?
 
A: Wir Kinder pflanzen ja keine Bäume, weil wir einmal Förster werden wollen oder weil wir Umweltschützer sind, sondern weil wir glauben, dass wir die Gestaltung unserer Zukunft nicht den Erwachsenen alleine überlassen können. Je mehr Bäume wir pflanzen, desto mehr hören die Erwachsenen uns zu.
 
Mit den Erwachsenen können wir dann auch andere Ideen besprechen. Gerechtigkeit ist uns Kindern sehr wichtig.
 
Ist es gerecht, wenn die USA und wir Europäer 60% des CO2 rauspusten und 6 Milliarden Menschen teilen sich die restlichen 40%?. Nein. Wenn wir im reichen Norden mehr CO2 rauspusten wollen, dann müssen wir den anderen eben Teile ihrer Rechten abkaufen und dafür zahlen.
 
Jeden Baum, den wir Schüler in den nächsten Jahren auf der Welt pflanzen, ist ein Symbol für Klimagerechtigkeit.
 
 
POW: Felix Finkbeiner
Felix trifft Al Gore, den ehemaligen Vice President der Vereinigten Staaten, bei einer Konferenz in München am 17. Oktober, 2008.
Q: Es ist sehr beeindruckend, wieviel du in deinem jungen Alter schon erreicht hast! Findest du es schwer, als Kind, erwachsene Menschen dazu zu bringen, ihre Meinungen zu ändern? Oder hat es sogar gewisse Vorteile?
 
A: Unsere Eltern haben uns oft „Des Kaisers neue Kleider" vorgelesen. In dem Märchen haben alle Erwachsenen, obwohl sie genau wussten, dass es falsch war, das Falsche gemacht. Erst als ein Kind gerufen hat „Er hat ja gar nichts an" haben auch die Erwachsenen mit den Kindern zusammen gerufen. „Ja, er hat nichts an!"
 
Außerdem geht es um die Zukunft - und wir Kinder sind die Zukunft. Was die Erwachsenen tun oder nicht tun, müssen wir Kinder einmal ausbaden.
 
Als 700 Kinder aus 105 Ländern mich letztes Jahr in den Kindervorstand der Weltumweltbehörde (UNEP) gewählt haben, haben sie es getan, weil sie alle daran glauben, dass wir gemeinsam etwas verändern können. Viele Tausend Kinder auf der Welt machen tolle Dinge und wir arbeiten alle zusammen.
 
Q: Es muss sehr zeitaufwendig sein, für Plant for the Planet zu sprechen. Ist es anstrengend, für die Organisation zu arbeiten, und gleichzeitig noch in die Schule zu gehen? Hast du dabei immer noch Freizeit übrig?
 
A: Ja, ich habe bestimmt schon 100 Vorträge gehalten auf der ganzen Welt, seit meinem ersten Referat in der vierten Klasse. Was ich gelernt habe, ist vor vielen Menschen, manchmal auch Tausenden Menschen oder im Fernsehen oder Radio zu sprechen.
 
 
POW: Felix Finkbeiner
Oft mache ich im Zug meine Hausaufgaben. Die Lehrer und meine Schulfreunde helfen mir, wenn ich Unterrichtsstunden verpasse. In manchen Wochen ist viel los: drei, vier Vorträge, aber dann gibt es auch Wochen, in denen ich nur spiele. Freizeit habe ich genug.
 
Andere Kinder lernen in ihrer Freizeit ein Musikinstrument zu spielen oder spielen in einem Sportverein. Das kostet auch viel Zeit. Wir Kinder versuchen eben die Welt und unsere Zukunft zu retten!
 
Q: Was machst du am liebsten in deiner Freizeit?
 
A: Meine Hobbies sind Mountainbiking, Schwimmen, Snowboarden, Skifahren, Fußball. Mein Lieblingsfach ist Töpfern. Zum Klavierspielen komme ich zu wenig.
 
 
POW: Felix Finkbeiner
Q: Was sind deine Ziele bei Plant-for-the-Planet für das nächste Jahr? Was sind deine persönlichen Träume?
 
A: Wir wollen bis spätestens Anfang Dezember den Millionsten Baum in Deutschland gepflanzt haben. Nächstes Jahr geht es weiter zur zweiten Million in Deutschland.
 
Kinder aus bereits 20 Ländern haben davon gehört und auch schon versprochen, eine Million Bäume in ihrem Land zu pflanzen. Unser Ziel ist es, dass nächstes Jahr Kinder aus 75 Ländern versprechen, auch jeweils eine Million Bäume zu pflanzen. Wenn wir Kinder auf der ganzen Welt zusammenarbeiten wird es klappen, dass Kinder in allen Ländern der Welt eine, zwei, drei oder mehr Millionen Bäume pflanzen.
 
Wenn wir das geschafft haben, dann ist mein Traum, dass die Erwachsenen uns zuhören und endlich das machen, was sie schon längst wissen, dass sie es tun müssten.
 
Q: Wir sind schon gespannt, was für tolle Dinge du und die anderen Kinder bei Plant-for-the-Planet in Zukunft erreichen werdet. Wir danken dir für deine Zeit, Felix, und wünschen dir noch alles Gute!
 
 
Verwandte Links
 
Plant-for-the-Planet
 
UNEP (Weltumweltbehörde)
 
Wangari Maathai und das "Green Belt Movement"
 
 
 
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Kommentare

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mly
gepostet von: mly | 29.08.2010 04:20
 
Brilliant!
Ras_Katy
gepostet von: Ras_Katy | 24.09.2009 13:34
 
Amazing! Keep up the good work.... I am a grown up and listening!
Guy Sadan
gepostet von: Guy Sadan | 19.09.2009 13:21
 
Trees for the world:
http://guysadanfotografia.blogspot.com/2009/08/trees-for-world.html
good luck to us all,
Guy.
Guy Sadan
gepostet von: Guy Sadan | 19.09.2009 08:44
 
keep it up, you are doing great important work. i planted 6 trees here in the desert so far, and will plant 4 more by the end of the year !
lets join forces for a better future.
Guy Sadan, Israel.
 

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