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Creative use of space

Portfolio der Woche: Gespenstische Panoramen von Wayne Mitchelson 11. Januar 2010

Man fühlt sich wie in einem Deja-Vu, wenn man die gespenstischen Panoramafotos aus IN:LANDS betrachtet, der neuen, preisgekrönten Serie IN:LANDS von Wayne Mitchelson. Sie sehen aus wie Standbilder aus einem wunderschön mysteriösen Film, dessen Titel einem auf der Zunge zu liegen scheint. Ein glänzender Cadillac parkt bei Sonnenuntergang mitten in der Wüste; die einsame Silhouette eines Mannes krümmt sich halb verschleiert von Nebel unter dem furchterregenden Schein eines Neonschilds. Die Fantasie vervollständigt die Geschichten, als ob man sie schon einmal irgendwo gesehen hätte... MINI Space hilft euch auf die Sprünge im exklusiven Interview mit dem Künstler.
 
POW: Wayne Mitchelson
 
MINI Space: Könntest du uns vorweg eine kurze Einführung in die Materialien und Techniken geben, die du hauptsächlich anwendest?
 
Wayne Mitchelson: Ich beginne immer mit einer Skizze: Eine einfache Zeichnung der Idee, die mir in den Sinn kommt. Diese Idee kann von überall her kommen - eine Erfahrung, ein Buch, Musik oder ein Film. Davon ausgehend fange ich an, die Idee umzusetzen, indem ich Fotos mit Photoshop bearbeite, einen Himmel aus einem oder mehreren Fotos zusammensetze, und dann langsam Elemente und Objekte aus anderen Aufnahmen übereinander schichte. Ich setze so die Arbeit Schicht für Schicht zusammen, wie ein Maler. Derzeit drucke ich das Endergebnis auf großformatigen Tintenstrahldruckern, aber ich ich experimentiere noch mit Druck- und Einfassungsmaterialien.
 
POW: Wayne Mitchelson
MS: An welchen konkreten Projekten hast du gearbeitet, und welche sind für die Zukunft geplant?
 
WM: Die Arbeiten, die hier zu sehen sind [IN:LANDS] sind meine Jahresabschlussarbeit. Es war für mich weniger ein Projekt, sondern vielmehr eine Auslotung meiner Ideen und Praktiken. Ich will diesen Ideen treu bleiben und auf ihnen aufbauen, meine Praxis verbessern und neue Druck- und Finishing-Techniken ausprobieren.
 
Gleichzeitig will ich anfangen, Filme zu drehen - das ist ein Projekt, für das ich schon einige Ideen sammele.
 
MS: Wo wir schon vom Film sprechen: Die Bilder deines IN:LANDS-Projekts sehen ein bisschen wie Standbilder aus Kinofilmen aus - ein kurzer, angehaltener Moment in einer längeren, komplexen Story. Willst du mit diesen Stills eine bestimmte Geschichte erzählen oder hoffst du darauf, den Betrachter dazu zu ermutigen, seine eigenen Schlüsse zu ziehen?
 
WM: Eine komplexe Story dahinter gibt es eigentlich nicht, aber ich stelle mir zu Beginn ein kleines Szenario vor. „Two Men Running" ist beispielsweise von Kafkas kurzer Beobachtung „Vorbeigehende Männer" beeinflusst. In der Geschichte stellt sich Kafka zwei Männer vor, die auf einer nächtlichen Straße vorbeigehen. Dann entwickelt er mögliche Szenarien, in denen die Männer vorkommen: Gibt es einen Dritten, der hinter ihnen her ist? Sind sie vielleicht hinter einem anderen Mann her? Das versuche ich auch mit meinen Arbeiten, ich will den Betrachter dazu bekommen, sich in ihrer eigenen Geschichte zu verlieren.
 
 
POW: Wayne Mitchelson
MS: Von welchen Künstlern oder Motiven außer Kafka nimmst du deine Inspiration, und wie findet sich das in deinem Stil wieder?
 
WM: Die Werke von Edward Hopper fand ich schon immer wunderbar. Er und Gregory Crewdson hatten den größten Einfluss auf meine Arbeiten. Ihre wunderschönen Darstellungen von Einsamkeit, Isolation, Seltsamkeit und Stimmungen.
 
Aber der Künstler, der mich primär dazu gebracht hat, was ich jetzt mache, ist Caspar David Friedrich, der Maler der deutschen Romantik des 19. Jahrhunderts. Sein Einsatz von Licht, um eine Stimmung zu erzeugen, und auch seine kompositorischen Techniken habe ich sehr genau studiert.
 
Diese Einflüsse sind über die Zeit verschmolzen mit meiner Liebe für Film und Literatur. Ich habe Motive aus den Arbeiten von J.G Ballard, Kafka und Samuel Beckett sowie den Filmen von [David] Lynch übernommen.
 
MS: Wann hast du dich dafür entschieden, einen Abschluss und eine Karriere als Künstler zu machen? Hat dich eine bestimmte Person oder Erfahrung dazu bewogen?
 
WM: Seit ich fünf bin, wollte ich Künstler werden. Da ich aus einer Arbeiterfamilie komme, wurde ich nicht auf die Universität geschickt. Nach Jahren mit Jobs, die mir keinen Spaß machten, entschied ich mich etwas zu tun. Ich kündigte einen sehr gut bezahlten, aber langweiligen Job und bin auf die Uni gegangen. Das war die beste Entscheidung, die ich je getroffen habe. Ich habe extrem viel gelernt, und ich habe auch die Struktur vermittelt bekommen, weiter zu lernen.
 
 
POW: Wayne Mitchelson
Jetzt lehre ich IT im Bereich Kunst, meine Schüler sind Studienanfänger, und im Februar will ich einen Master anfangen.
 
MS: Was machst du, wenn du nicht künstlerisch tätig bist? Was machst du am liebsten?
 
WM: Wenn ich mich nicht der Kunst widme, dann meinen anderen Leidenschaften: Film und Musik.
 
Musik nimmt viel meiner Freizeit ein. Mein Leben lang bin ich ein großer Fan von Dance-Musik. Tiefer, dunkler Techno aus Berlin: DJs wie Ben Klock, Marcel Dettmann, Mike Dehnert - der ganz dunkle, Sound unterhalb von Heavy Techno, aus dem berühmt-berüchtigten Berliner Berghain. Auch den hypnotischen Sound von Italienern wie Donato Dozzy and Giorgio Gigli mag ich. Ich lege auch selbst auf, aber nur aus Spaß zu Hause, hin und wieder für Freunde. Die Energie, das ganze Wochenende zu feiern und zu spielen, habe ich nicht mehr.
 
Filme sind derzeit vielleicht mein größter Einflussfaktor. Ich schaue mir so viele an wie möglich, alte wie neue. Pro Woche schaue ich etwa fünf bis zehn.
 
 
POW: Wayne Mitchelson
 
 
           Wayne Mitchelson auf MINI Space
 
 
 
 
 
 
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Kommentare

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guillote
gepostet von: guillote | 25.02.2010 23:31
 
exelente trabajo muy bueno, segui asi, saludos desde argentina
Wayne Mitchelson
gepostet von: Wayne Mitchelson | 11.02.2010 19:31
 
Thank you all for your lovely comments and a big big thanks to Elisabeth for asking me to take part in this, very honored.
@ Tof, no iv never worked in any part of advertising but i am now doing artwork for a German record label, which is going well, but advertising is a option if ever it comes up.
Tof
gepostet von: Tof | 03.02.2010 22:11
 
Great sens of directing. Your photos tell stories. Ever worked in advertising ?
lsalesa
gepostet von: lsalesa | 03.02.2010 12:39
 
Brilliant, agree with the comments, has a lot of "film atmosphere". love it! Congrats.
creativeseval
gepostet von: creativeseval | 25.01.2010 11:13
 
BEAUTIFUL! You can see the influence of film in your imagery....great work!
 

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