Die wunderschön aufrührenden Zeichnungen und Skulpturen der Künstlerin Langdon Graves erzählen Geschichten, die die Grenze zwischen Einbildung und physisch Realem überwinden. Die Arbeiten und das Exklusiv-Interview mit der Künstlerin gibt es hier.
Was waren deine frühsten Erfahrungen mit der Bildenden Kunst?
Ich fing an zu zeichnen, als ich noch sehr klein war - zusammen mit meinem Großvater. Er war Illustrator und Karikaturist, und ich lernte, wie man zeichnet, indem ich seine Hände beobachtete. Unser Lieblingsspiel war „Cadavre Exquis", wir haben das beibehalten, bis er vor ein paar Jahren starb. Wir schickten uns ständig einen Skizzenblock hin und her - per Post zwischen New York und Virginia.
Welche Erlebnisse inspirieren dich und deine Kreativität?
Neue Einblicke in die Grundzüge der menschlichen Existenz inspirieren mich, egal ob ich sie durch Recherche in Feldern wie Epigenetik oder Quantumphysik erlange oder durch die Arbeiten von jemandem wie Joseph Campbell, dessen Vision die Komplexität des Lebens solcherart vereinfacht, dass sie Bedeutung erhalten.
Du bist Illustratorin und Bildhauerin: Wie würdest du die Arbeit in diesen beiden unterschiedlichen Kunstrichtungen vergleichen? Wo sind Berührungspunkte?
Jede betont eine andere Seite einer Idee. Ich überlasse es der Natur des Mediums, einen Teil der Geschichte zu erzählen.
Zeichnungen erzeugen von sich aus Illusionen - ein Fenster zum Irrealen. Das ermöglicht es mir, Unmögliches zu erschaffen. Es fasziniert mich, Kreationen des Geistes darzustellen, die nach außen getragen werden, wie mentale Prothesen. Eine Skulptur dagegen ist zweifellos in ihrer Art physisch und präsent, und während ich sie erschaffe, muss ich mir bewusst sein, welches Verhältnis mein Körper zu ihr hat und wie er mit ihr interagiert.
Weil es bei meinen Arbeiten um Glauben und den Körper geht, sehe ich meine Skulpturen als Behandlung der Zustände, die ich in meinen Zeichnungen zeige.
Ich nähere mich jedem Kunstwerk anders. Normalerweise habe ich kein fertiges Bild im Kopf, wenn ich die Arbeit an einer Skulptur beginne; der Impetus kommt in der Regel von einem Objekt, das ich sehe oder erschaffe. Von da an konstruiere ich eine Geschichte, anhand der Interaktion mit anderen Gegenständen und Materialien. Zeichnungen fangen praktisch immer mit einem klaren Bild vor meinem geistigen Auge an. Die große Aufgabe ist es dann, dessen Bizarrheit nicht zu verfälschen.
Neurotheologische Untersuchungen reizen mich sehr. Ich würde gerne einmal Studien beobachten oder sogar an ihnen teilnehmen. Den "God Helmet" von Michael Persinger würde ich wirklich gerne einmal aufsetzen.
Für den Sommer habe ich ein Fountainhead-Künstlerstipendium in Miami bekommen. Die Vorstellung, mich einen ganzen Monat lang ohne Unterbrechungen und Ablenkungen auf meine Arbeit konzentrieren zu können, ist überwältigend. Am allermeisten freue ich mich auf die Zeit, die mir dort zur Verfügung stehen wird, aber auch auf die Gelegenheit, die neuen Einflüsse und Beziehungen in meine Arbeit einfließen zu lassen.
Your work is simple and beautiful, I truly am inspired and hold u in awe. Wishing you all the best, always.
- Nilesh Mehta / Yours Creatively, Advertising & Designing, Mumbai, India