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Profil des Monats: Pariser Fotograf Louis Teran im Fokus 29. November 2011

Louis Teran ist Fotograf, Filmemacher und Musiker und lebt in Paris. Sein Handwerk lernte er Seite an Seite mit der Koryphäe Jean Baptiste Mondino und hat – unter anderem - schon mit Vogue Italie, Elle Paris, Rolling Stone, L’Oreal und Taittinger zusammen gearbeitet. Doch weit faszinierender sind seine eigenen rohen, intimen und fesselnden Portraits (wenn Ihr ein angemessenes Alter erreicht habt und Euch für schamlos haltet, solltet Ihr Euch seine Reihe “The Fall” ansehen, die Anfang nächsten Jahres die Wände einer noch nicht bestätigten Pariser Galerie zieren soll).
 
Wir haben mit Louis über seine Arbeit, seine Inspirationsquellen und seine Hoffnungen bezüglich der Rettung der Welt gesprochen.
 
Louis Teran
© Louis Teran
 
 
Lass uns ein wenig über “You and I” sprechen, eine Portraitserie mit vielen unterschiedlichen Charakteren. Wer sind die Leute, die Du fotografierst? Und was reizt Dich an ihnen?
 
Das Ziel von “You and I” ist es, auf visuelle Art und Weise etwas über das wahre Wesen der Person aufzudecken. Meine „Versuchspersonen“ können Leute sein, die ich auf der Straße treffe, Fremde auf Facebook, Freunde. Angezogen werde ich von Menschen, deren äußere Fassade mit dem Flüstern von Geheimnissen und Erinnerungen Risse bekommt. Dann geht es darum zu versuchen, im richtigen Moment das Leben in ihren Gesichtern einzufangen – wenn sie mich lassen. Hier geht es um Vertrauen. Wir arbeiten zusammen.
 
Louis Teran
© Louis Teran
 
 
Viele Deiner Aufnahmen enthalten etwas sehr Intimes und Entblößendes. Wie hast Du die Personen dazu gebracht, sich so weit zu öffnen?
 
Ich war schon immer neugierig, was das Privatleben von Menschen angeht: Zu wissen, was sie essen, was in ihrem Kühlschrank ist, mit wem und wo sie schlafen; zu sehen, wie sie den Raum um sich herum gestalten; zu wissen, was ihre heimlichen Gewohnheiten und Rituale sind- das fasziniert mich.
 
Ob bewusst oder unbewusst, meine Modelle sind alle Co-Autoren des Prozesses. Sobald die Kamera verschwindet, wächst zwischen uns eine Intimität: Sie lassen mich an sich heran und werden verletzbar, und von da an ist es, als ob man in einen Sog starker Energie gezogen wird, den ich mit Worten nicht beschreiben kann. Ihre Sehnsüchte und Unsicherheiten werden zu meinen und wir verschmelzen in einer wundervollenAlchemie.
 
Wenn es nicht funktioniert, fühle ich mich wirklich fürchterlich und verantwortlich.
 
Louis Teran
© Louis Teran
 
 
Wie hat sich Dein Stil über die Jahre hinweg verändert?

Mein Stil ist in den letzten zwei Jahren etwas radikaler geworden. Stark beeinflusst hat mich die expressionistische Bewegung, darin vor allem die Malerei und Filmkunst. Seitdem versuche ich, diesen unglaublichen Relief-Effekt nachzubilden, den die Personen und Objekte auf den Bildern und in den Filmen annehmen…
 
Ich arbeite noch daran.
 
Von wem hast Du am meisten gelernt?

Am meisten gelernt habe ich von Edward Hopper, Francis Bacon, Tamara de Lempicka, Alfred Stieglitz, Wong Kar Wai, Fritz Lang, Friedrich Wilhelm Murnau, Robert Wiene und natürlich vielen anderen.
 
Louis Teran
© Louis Teran
 
 
Gibt es irgendjemanden oder irgendetwas, das Du unheimlich gerne fotografieren würdest?

Wahnsinnig gerne würde ich Natalie Portman als eine Figur in einem Balthus Gemälde fotografieren. Sie hat etwas von ihrer Kindheit zurückbehalten, das mich sehr berührt. Unschuldigkeit ist ein Thema, dem ich sehr zugetan bin.
 
Leider ist Anna Magnani ja bereits tot.
 
Du spielst außerdem Gitarre in Deiner Band Clownage. Inwiefern lässt sich Deine Liebe zur Musik mit Deiner Fotografie in Einklang bringen?
 
Ich fand immer, dass jede Form des Erschaffens am selben primitiven Ausgangspunkt beginnt. Kunst, Fotografie, Film, Musik – sie alle sind demselben Samen entsprungen. Sie wachsen nur unterschiedlich. Musik – und das Spielen in einer Band – waren zeitweise so schwierig für mich, dass ich manchmal nicht glauben kann, dass ich da noch immer so viel Energie hineinstecke. Aber es bedeutet mir sehr viel.
 
Pearl Jam war für viele Dinge in meinem Leben immer die emotionale Basis. Ich habe die Band und vor allem Frontmann Eddie Vedder immer als Symbol für Befreiung, Freiheit, Stärke, Aufrichtigkeit gesehen – alles Eigenschaften, denen ich einen hohen Stellenwert einräume. Das beeinflusst meine Sensibilität natürlich auch.
 
Louis Teran
© Louis Teran
 
 
Was sind Deine Träume für die Zukunft?
 
Einen habe ich wirklich. Ich hoffe, dass die Erde einen bedeutenden Kontakt aus dem Weltall erhalten wird, wie auch immer der aussieht. Erstens, weil ich zu 100% sicher bin, dass wir nicht die einzige intelligente Spezies in diesem gigantischen Universum sind; zweitens, weil ich das Gefühl habe, dass die menschliche Spezies mehr denn je einen wirklichen Paradigmenwechsel braucht. Neue Ideen und Einflüsse einer anderen Intelligenzform würden das unterstützen. Im Augenblick fügen wir diesem Planeten viel Leid zu.
 
Klick auf ein Bild, um zur Gallerie zu kommen (12 Bilder)
 
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Links zum Thema:
Louis’ MINI Space Profil
LouisTeran.fr
Clownage
 
 
 
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Jolie2012
gepostet von: Jolie2012 | 08.02.2012 08:53
 
So so nice I love it
 

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