Für die Modebewussten unter Euch bedeutet der Februar vor allem eines: Fashion Week. Doch während die Modewelt ihre Blicke fieberhaft über die Laufstege von Paris, Mailand, Berlin, New York und London schweifen lässt, werden Euch die wahren Shopping-Kenner erzählen, dass sich aktuell alles um schwedische Modelabels dreht.
Abseits von Glanz und Glamour der Global Player steht Schweden schon seit langem für temperamentvolleKleidung und kann coole, aufstrebende Marken wie Acne, Cos, Cheap Monday und natürlich H&M vorweisen. Wir haben uns mit Annika Wieselblad getroffen, dem Gesicht hinter dem heiß gehandelten Stockholmer Modelabel Wieselblad. Mit heute sechs Ladengeschäften in ganz Schweden sowie Berlin (und online) zählt der schwedische Fashion Council das Label zu den vielversprechendsten der Stadt.
Annika Wieselblad
Wie würdest Du den Stil von Wieselblad beschreiben?
Ich mag weiche Stoffe und minimalistische Formen, gepaart mit meinem eigenen Stil. Mir gefällt die Idee von Kleidung als Schutzschild gegen die Außenwelt, daher ist mir vor allem die Form des Kleidungsstücks wichtig und die Art, wie es fällt.
Wie bist Du zum Modedesign gekommen?
Mit zehn Jahren habe ich angefangen zu nähen. Damals haben meine Großeltern meiner Schwester und mir eine Nähmaschine geschenkt, die dann aber nur ich benutzt habe. Ich habe alte Klamotten umgearbeitet und irgendwann angefangen, meine eigenen Sachen zu nähen. Mein Großvater hat uns auch eine Gitarre geschenkt, aber da hatte ich schon nur noch Augen für die Nähmaschine. Später habe ich Modedesign studiert und einfach beschlossen, den Sprung zu wagen.
Ein eigenes Label zu gründen ist alles andere als einfach. Ganz im Ernst, meine bisher größte Errungenschaft in diesem Geschäft war es, im ersten Jahr nicht pleite zu gehen. Man muss auf eigenen Beinen stehen uns so vieles lernen, was der Job mit sich bringt. Es reicht nicht, einfach nur kreativ zu sein. Man muss auch Geschäftssinn entwickeln und mehrere Dinge gleichzeitig im Auge behalten können.
Woher nimmst Du die Inspiration für Deine Entwürfe?
Eine Saison lang habe ich mich mal sehr für griechische Mythologie interessiert. Dann wieder habe ich eine Saison lang einfach nur Gedichte von Dylan Thomas gelesen. Auch Filme und Musik beeinflussen mich in der Entwurfsphase immer sehr. Es kommt wohl immer darauf an, wie meine Stimmung gerade ist. Aber die Ursprünge sind immer in meiner Leidenschaft für Formen, Qualität und Individualität zu finden.
Wenn Du an der Fashion Week teilnehmen könntest, für welche Stadt würdest Du Dich entscheiden? Welcher Style gefällt Dir am meisten?
Ich wäre unheimlich gerne bei der Londoner Fashion Week dabei. Obwohl die New Yorker Szene ebenfalls total spannend ist. Aber ich ziehe demnächst für eine Weile nach London, daher bleibe ich loyal und sage London.
Wie würdest Du die schwedische Modeszene beschreiben?
Hier gibt es eine faszinierende, boomende Modeszene. Es gibt viele neue Designer und Marken, die wirklich brillant sind. Natürlich sind wir nicht so groß wie Paris oder New York, aber was uns an Größe fehlt machen wir durch Qualität wett. Es gibt hier jedoch definitiv einen „schwedischen Look“ – ich glaube, dass viele schwedische Designer auch aufgrund des Wetters mit dunkleren, gedeckteren Farben arbeiten, denn schließlich – ob wir wollen oder nicht – ist es hier sieben Monate im Jahr ziemlich kühl.
Die Designer, die ich bewundere, wechseln ständig, aber aktuell gefällt mir die neue Calvin Klein Collection und die letzten Kollektionen von Proenza Schouler.
Wen würdest Du am liebsten einkleiden?
Ich würde gerne Chloë Sevigny einkleiden oder unseren heimischen Popstar Lykke Li.
Welchen Rat würdest Du aufstrebenden Modedesignern mit auf den Weg geben?
Arbeitet hart für das, woran Ihr glaubt und gebt niemals auf. Lasst Euer Talent wachsen und gedeihen. Aber wenn Ihr hart arbeitet, wird alles gutgehen.
von Ally Kingston
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