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13. November 2008 RSS

MINI Unter Strom - exklusives Interview mit den Machern

 
MINI bringt eine Flotte von 500 rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen auf die Straße. Ausgewählte MINI Fans sollen den MINI E ein Jahr lang auf Herz und Nieren testen und mit ihren Erfahrungen die MINI Experten dabei unterstützen, den innovativen Antrieb zu perfektionieren. Dr. Wolfgang Armbrecht, Senior Vice President Brand Management MINI, und Ulrich Kranz, Leiter Project i, stellen den neuen MINI E vor.
 
MINI E
 
MINIInternational: Herr Dr. Armbrecht, mit dem MINI E antwortet die BMW Group auf die Herausforderung, Fahrspaß und nachhaltige Mobilität zukünftig zu verbinden. Was daran ist MINI typisch?
 
Dr. Wolfgang Armbrecht: Alles daran ist MINI typisch. Mit dem MINI E unterstreicht die Marke einmal mehr ihre konsequente Arbeit bei der Reduzierung des Energieverbrauchs und der Emissionen im Rahmen der Kampagne MINIMALISM. MINI beweist mit diesem neuen Engagement, dass MINIMALISM nicht nur weniger Emissionen, weniger Verbrauch und cleveres Produktrecycling bedeutet, sondern in Zukunft sogar null Emissionen heißen kann.
 
MINIInternational: Herr Kranz, Sie sind der technische Leiter des Projektes. Mit welcher innovativen Technik haben Sie den MINI E ausgestattet?
 
Ulrich Kranz: Es ist das erste Mal, dass wir mit der Lithium-Ionen-Technologie in einem reinen Elektrofahrzeug in Kleinserie gehen. Mit diesem Projekt wollen wir zeigen, dass emissionsfreies Fahren mit einem Elektro-motor keine Verzichtserklärung ist, sondern Spaß macht.
 
MINIInternational: Woran kann man den MINI E erkennen?
 
Dr. Wolfgang Armbrecht
Dr. Wolfgang Armbrecht, Senior Vice President Brand Management MINI
Dr. Wolfgang Armbrecht: Der MINI E ist der erste Zweisitzer in der Modellfamilie, der Platz im Fond ist für den Akku reserviert. Trotzdem ist und bleibt er deutlich als MINI erkennbar. Mit der exklusiven Farbkombination Dark Silver, dem Dach in Pure Silver und den gelben Farbakzenten in Interchange Yellow setzt er sich aber gegenüber den übrigen MINI Modellen ab. Besonderes Merkmal des emissionsfreien MINI ist ein Logo in Form eines E das einen stilisierten Netzstromstecker zeigt und auf dem Dach, am Grill, auf der Motorhaube, am Heck, auf der Armaturentafel und auf dem Deckel für die Aufladung des Akkus zu finden ist.
 
MINIInternational: Machen Sie den MINI Fans doch mal richtig Lust auf den neuen MINI E und erzählen Sie, was unter der Motorhaube steckt ... 
 
Ulrich Kranz: Ein Elektromotor hat schon rein physikalisch den Vorteil, bei geringer Drehzahl das maximale Drehmoment zu erreichen. Das heißt, er hat von unten raus viel Kraft. In Zahlen heißt das: 204 PS / 150 kW sowie eine Höchstgeschwindigkeit von 152 km/h. Und obwohl der MINI E mit 1.465 Kilogramm etwas schwerer ist als seine Familienmitglieder, beschleunigt er in 8,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h.
 
MINIInternational: Bleibt denn auch die MINI typische Agilität, das berühmte Gokart-Feeling erhalten? 
 
Dr. Wolfgang Armbrecht: Auf jeden Fall. Das Gokart-Feeling ist einer der Kernwerte von MINI, deshalb haben die Ingenieure das Fahrwerk auf die veränderten Parameter abgestimmt. Die Beschleunigung ist sensationell, und das Fahren macht wirklich großen Spaß. Außerdem ist das Fahrzeug extrem leise, sodass man das Gefühl hat, durch die Landschaft zu gleiten. 
 
MINIInternational: Und wie weit kann man mit einer Batterieladung „gleiten"? 
 
Ulrich Kranz: Bei gemäßigter Fahrweise sind es 240 Kilometer, wenn man die Motorleistung maximal ausnutzt, schafft er 200 Kilometer. Dabei kann der Fahrer übrigens selbst etwas dafür tun, noch weiter zu fahren. Das Zauberwort heißt: Rekuperation. Mit dieser Technik können 75 Prozent aller Verzögerungsvorgänge im Stadtverkehr ohne Hilfe der Bremsanlage absolviert werden. 
 
MINIInternational: ... das müssen Sie erklären.
 
 
Ulrich Kranz
Ulrich Kranz, Leiter von Project i
Ulrich Kranz: Nimmt der Fahrer den Fuß vom Gas, übernimmt der Elektromotor die Funktion eines Generators. Dabei entsteht ein Bremsmoment, und der aus der Bewegungsenergie gewonnene Strom wird in die Batterie eingespeist. Die intensive Nutzung dieser Technik führt zu einer Erhöhung der Reichweite um bis zu 20 Prozent. Und das kann man sehen: Dort, wo normalerweise der Drehzahlmesser ist, gibt es beim MINI E jetzt eine Ladeanzeige, die angibt, wie viel man „rekuperiert" und wie voll oder leer die Batterie ist. Der Fahrer eines MINI E kann mit seinem Fahrverhalten also seine Reichweite beeinflussen.
 
MINIInternational: Irgendwann ist aber auch die beste Batterie leer. Wie lade ich den MINI E wieder auf?
 
Ulrich Kranz: Der schnellste Weg, die Batterie vollständig aufzuladen, ist eine Wallbox, die alle 500 MINI E Fahrer von uns bekommen, sie wird in der Garage installiert, lässt eine höhere Stromstärke zu und ermöglicht damit besonders geringe Ladezeiten. Mit ihr dauert der Ladevorgang maximal zweieinhalb Stunden.
 
MINIInternational: Warum werden nur 500 MINI E produziert und diese nur in den USA verteilt?
 
Dr. Wolfgang Armbrecht: Der MINI E ist als Lernprojekt aufgesetzt. Wir werden innerhalb der nächsten 12 Monate klar sehen, welches Potenzial elektrische Mobilität hat - und zwar im Alltag ganz normaler Kunden. Wir wollen ein repräsentatives Bild des Marktpotenzials für Elektromobilität: Welche Menschen mit welchen Bedürfnissen sind unsere möglichen Kunden? Was erwarten sie? Welchen Anteil des heutigen Marktes kann man mit Elektroautos erreichen? Wie sehen die Fahrzyklen, die Nutzerprofile im Alltag aus? Wir nehmen unsere Kunden sehr ernst, deshalb ist uns dieses Feedback extrem wichtig.
 
 
MINI E Cockpit
 
MINIInternational: Welche Bedeutung hat der MINI E für zukünftige Mobilitätstechnologien?
 
Ulrich Kranz: Die Erkenntnisse aus diesem Lernprojekt geben uns eine bessere Basis für unsere strategischen Entscheidungen als abstrakte Studien und Umfragen - von denen gibt es schon genug. Wir werden sehen, wie sich die Reichweitenbeschränkung tatsächlich auswirkt, als wie belastend sie wahrgenommen wird. Und umgekehrt werden wir von den Kunden erfahren, wie sie das Laden zu Hause statt an der Tankstelle erleben, welchen Stellenwert Fahren ohne Emissionen für sie hat. Wir arbeiten an einem globalen Ansatz mit einer leistungsfähigen Technologie, die der Marke gerecht wird. Es handelt sich um ein langfristiges Engagement, das wir unter Project i einordnen.
 
MINIInternational: Project i - was ist das? 
 
Ulrich Kranz: Project i ist eine neue Organisationseinheit, die sich mit Fragen der Mobilität und der Kundenbedürfnisse der Zukunft beschäftigt. Im nächsten Schritt geht es dann um die Entwicklung neuer Fahrzeugkonzepte. Dabei haben wir die Ballungsräume dieser Welt im Visier. 
 
MINIInternational: Wird es den MINI E nur in den USA geben? 
 
Dr. Wolfgang Armbrecht: Wir prüfen gerade den Einsatz in Europa. Auf ausgewählten Messen und Veranstaltungen werden wir den MINI E aber auf jeden Fall schon bald den europäischen MINI Fans präsentieren.
 
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