Als 1979 die 150 Jahre alte Lindenbrauerei in Unna geschlossen wurde, blieb ein verwinkeltes Gebäude voller Keller und Gewölbe zurück. Fast 20 Jahre später erinnerte man sich in der Stadt an dieses Dornröschenschloss - und beschloss aus der Not eine Tugend zu machen und die Industrieruine zu einem weltweit einzigartigen Zentrum für Lichtkunst zu machen.
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Oder wie es Unnas Kulturchef Axel Sedlack ausdrückt: „Diesen Raumkosmos zum Leuchten, zum Schimmern oder zum Glimmen zu bringen." Alle Licht-Installationen wurden eigens für diese Räume konzipiert. Documenta-Künstler wie Keith Sonnier,Joseph Kosuth, Christian Boltanski kann man ebenso erleben wie Rebecca Horn, Mischa Kuball, den Lichtkunst-Pionier James Turrell oder den Isländer Olafur Eliasson, der mit Untersuchungen von Wasserfällen, Nebel und Regenbögen die Natur ins Museum bringt.
"Tunnel of Tears"
Unter einer Glasscheibe im Eingang des Kulturzentrums verbirgt sich im früheren Paternoster-Schacht die Neoninstallation „Ich (im Dialog)" des Niederländers Jan van Munster - eine Art virtueller Lift, der die unterirdischen Ausstellungsräume mit der Außenwelt verbindet. und draußen am 52 Meter hohen Schornstein leuchtet die „Fibonacci-Reihe" von Mario Merz in blauer Neonschrift. Die berühmte Zahlenreihe des mittelalterlichen Pisaner Mathematikers Leonardo Fibonacci scheint sich bis ins Unendliche fortzusetzen - ein weithin strahlender Blickfang für Unna und Teil eines offenes Netzwerk, das unter dem Namen „Hellweg- ein Lichtweg" die vielen Lichtkunstwerke der angrenzenden Städte, etwa die spektakulären Lichtinszenierungen des Briten Jonathan Park 1996 im Stahlwerk Landschaftspark Duisburg-Nord verbindet. Denn vor allen nachts leuchtet die Metropole Ruhr in den schillerndsten Farben.
Lesen Sie den ganzen Text von Peter Liffers in MINIInternational „Metropole Ruhr"